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Natureview.ch | Reisen | Transkarpatien 2007

« Per Tandem durch Transkarpatien  

Route:

Wir waren samt Anreise vom 15.07.2007 bis 05.08.2007 unterwegs und legten dabei 1114 Km mit dem Tadem zurück.

Košice (SK) - Uzhorod (UA) - Svaljava (UA) - Ust-Corna (UA) - Chust (UA) - Mukaceve (UA) - Nyirbator (HU) - Hajdúnánás (HU) - Tokaj (HU) - Košice (SK)

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Fahrrad:

Wir benutzen das Tandem Pino von Hasebikes.

Kommentar: Ein absolut geniales Gefährt!
Durch die Konstruktion von Hase macht das Tourenfahren zweier ungleicher Partner wieder Spass. Das alt bekannte Problem, dass einer vorne weg radelt und der andere stets hinterher hechelt und sich innerlich über die grausame Plackerei ereifert, ist mit diesem Tandem vergessen. Jeder trampelt nach seiner momentanen körperlichen Verfassung. Dazu kann in dieser Sitzformation gut miteinander kommuniziert werden, ohne dass man sich ständig anschreien muss.
Aber nicht nur dies, das Pino löste die jahrelangen Probleme, die Petra mit dem Radfahren hatte alle auf einen Schlag. Die schmerzenden Handgelenke, der steife Nacken und die Sattelproblematik sind seither nicht mehr der Rede wert - zumindest für den Vordermann/-frau. Dies ermöglicht es der vordern Person während der Fahrt Karten zu studiern oder zu fotografieren.
Auch wenn die Konstruktion noch so genial sein mag, hat sie insbesondere auf grösseren Radtouren in fremden Landen ihre Nachteile. Einerseits umfasst das Tandem eine ganze Menge an zusätzlichen Verbindungen, geschweisst oder verschraubt, die potenzielle Problemstellen darstellen. Besonders auf schlechteren Strassen, wo die andauernden Erschütterungen ihren Beitrag leisten. Andererseits handelt es sich bei diversen Teilen um Spezialanfertigungen, die nicht in jedem Fahrradgeschäft zu bekommen sind. Daher empfiehlt es sich, einige Ersatzteile mitzuführen und die Stoppmuttern, besondes an der Ständerkonstruktion, zusätzlich mit Sekundenkleber zu fixieren.
Neben den technischen Problemen ist auch der relativ hohe Anschaffungspreis nicht zu vernachlässigen. In der Grundausstattung sind Gepäckträger, Schutzbleche, Zweibeinständer, Lowrider, Nabendynamo etc. noch nicht inbegriffen und der Endpreis macht dann doch nachdenklich. Zudem erweist sich die Firma Hase bei der Komponentenausstattung ziemlich unflexibel, so dass es nicht möglich war die Komponenten selbst zusammen zu stellen. Standardmässig ist das Pino mit Shinamo Deore ausgestattet.

Die Eignung als Tourenfahrrad ist ausgezeichnet. Allerdings muss man sich erst an die unterschiedlichsten Reaktionen der Leute gewöhnen. Im Besonderen an die ewige Huperei der motorisierten Verkehrsteilnehmer oder das einem auf der Gegenfahrbahn plötzlich Autos im Retourgang überholen, stoppen und jeder der Insassen seine Digitalkamera oder Handy zum Fenster hinaus strecket und neben den Klicks ein hemmungsloses Grinsen in allen Gesichtern steht. Auch das man regelrecht ausgelacht wird, Leute, die sich krümmen vor Lachen, sobald sie das Tandem gesichtet und den ersten Anblick verarbeitet haben, sind keine Seltenheit. Auf der anderen Seite war der Kontakt zu den Menschen durch das Fahrrad stets ein Leichtes. Es gab kaum einen Halten in besiedeltem Gebiet, der nicht augeblicklich wie ein Magnet wirkte, was bisweilen bei schlechter Laune auch unangenehm sein kann.

Literatur:

Generell ist das Angebot an Reiseliteratur über die Ukraine und im Speziellen zu den Karpaten nicht überschwänglich. Meist sind die enthaltenen Informationen aufgrund der laufenden wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen nicht mehr aktuell. Einen Reiseführer zu Transkarpatien, der nicht nur ein Land berücksichtigt, suchten wir erfolglos.
Zu empfehlen ist das Mitführen eines Russischwörterbuches und die Kenntnis der kyrillischen Schriftzeichen. Die Leute sprechen wirklich kein Englisch nur hin und wieder einzelne Worte Deutsch.
Trotzdem war folgende Literatur für die Orientierung von Nutzen:

Scheer, E., Schmidt, G. (2004): Die Ukraine entdecken. Zwischen den Karpaten und dem Schwarzen Meer. 8. Auflage, Trescher Verlag, Berlin

Kommentar: Der Reiseführer enthält gute und ausführliche Informationen über die Ukraine im Allgemeinen. Als Reiseführer für unterwegs, besonders mit dem Fahrrad, ist er weniger hilfreich, da er zu wenig Detailinformationen zu den einzelnen Ortschaften beinhaltet. Wir hätten es sehr zu schätzen gewusst, über einen Führer lediglich für den Westen der Ukraine zu verfügen. Viele Informationen sind trotz der Überarbeitung von 2004 nicht mehr aktuell. Der integrierte Sprachführer ist zwar eine gute Sache, sollte jedoch einiges Umfangreicher sein.

Brändli, U.-B., Dowhanytsch, J. (2003): Urwälder im Zentrum Europas. Ein Naturführer durch das Karpaten-Biosphärenreservat in der Ukraine. Haupt Verlag, Bern

Kommentar: Der Naturreiseführer der Eidg. Forschungsanstalt WSL (Wald, Schnee und Landschaft) in Birmensdorf beschränkt sich ausschliesslich auf das Biosphärenreservat rund um Rachiw (UA). Es ist momentan der einzige deutschsprachige Reiseführer, der sich lediglich auf die Karpaten bezieht. Die enthaltenen Informationen sind für Naturinteressierte auch von bester Qualität. Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf den Wäldern und deren historischer Entwicklung. Für den Reisenden, der sich weniger für die Natur und den Wald interessiert, ist der Führer weniger zu empfehlen. Die allgemeinen Informationen über Unterkunft, Adressen, Verständigung etc. sind knapp gehalten und teilweise auch nicht mehr auf dem aktuellsten Stand.

Interessante Links:

¬ Carpathian Biosphere Reserve (CBR). [...]

¬ Reiseberichte von Carmen und Uwe Garz aus Wirsberg. [...]

¬ Reisebericht von Gerold Lehmann (Polen, Rumänien, Ukraine, Ungarn, Slowakei). [...]

¬ Reisebericht von Martin Goldbach (Rumänien, Ukraine, Slowakei). [...]

¬ Turkul Vermittlung von Unterkünften und naturnaher Tourismus in den Karpaten. [...]

¬ HiKöDe: Ein Hilfsprojekt für Königsfeld Deutsch Mokra. [...]